zu Gast im Nachbarland Polen

Nach einigen Tagen Zwangspause können wir endlich wieder aufbechen und unsere Tour fortsetzen.

Polen ist das nächste Land, das wir besuchen. Am 15. Juli 2020 reisen wir über Swinemünde in unserem Nachbarland ein.

Wir wollen die Küste entlang nach Osten fahren und finden als erstes einen Wanderparkplatz in einem Nationalpark, mit Tischen, Bänken, wunderbar idyllisch gelegen an einem kleinen See mit Seerosen und Enten mitten in einem herrlichen Buchenwald. Da es schon relativ Spät ist, entscheiden wir uns auch gleich hier zu übernachten.

 

wir treffen Freunde aus der Heimat

die zufällig gerade auch in Polen unterwegs sind, gemeinsam verbringen wir ein paar Tage, unternehmen kleine Wanderungen unter anderem besuchen wir Kolobrzeg, das frühere Kolberg. An der Strandpromende ist richtig viel los, denn auch hier sind jetzt Ferien und die meisten Polen verbringen dieses Jahr ihren Urlaub in ihrem Heimatland.

 

auf unserem Spaziergang durch Słupsk haben wir diese sehr schön gestaltete Hausfassade entdeckt

außerdem schöne alte Backsteingotik, wie alte Stadttore, die heute anderweitig genutzt werden zum Beispiel hat man in den ehemaligen Durchgang ein kleines Geschäft hinein gebaut. Und immer wieder kommen wir an romantischen Fachwerkhäusern vorbei, umgeben mit viel Grün, in denen sich kleine gemütliche Cafés befinden, die zum verweilen einladen.

in der Nähe von Kolobrzeg, wo wir auch übernachteten, machten wir am nächsten Tag einen Strandspaziergang.

Die Strände waren aber nicht immer so leer wie auf den Bildern.

Im kleinen Hafen von Kolobrzeg warten Nachbauten historischer Schiffe auf  Passagiere für eine Fahrt auf der Ostsee.

im Freilichtmuseum in den Masuren

Immer weiter führt unser Weg nach Osten und nun sind wir schon in den Masuren. In Olsztynek besuchen wir ein Freilichtmuseum der Volksbauweise, hier sind viele originale und rekonstruierte Bauernhäuser, Speicher, eine Windmühle, eine kleine Kirche, Schule und Gasthaus aus dem Gebiet der Masuren anzuschauen, ganz tolle Häuser in unterschiedlichen Baustilen und aus unterschiedlichem Material.

Besonders die kleine innen komplett bemalte Kirche hat es uns angetan.

wir besuchen ein Kapitel deutscher Geschichte

 Unser nächstes Ziel ist das ehemalige Führerhauptquartier im 2. Weltkrieg, die Wolfsschanze.

Der Rundgang durch die Bunkerruinen ist schon beeindruckend. Was für ein Aufwand für den menschlichen Wahnsinn! Diese Riesenbauten, teilweise bis zu 10m dicker Stahlbeton, sind dermaßen massiv, dass man sie nach Kriegsende nicht wirklich zerstören konnte, obwohl man versucht hat, sie zu sprengen.

Der Besuch hier war sehr interessant, denn wir haben jetzt eine Vorstellung von der Wolfsschanze und die Darstellung des Hitlerattentats vom 20.7.1944 war sehr informativ. Auch wenn uns eine Ehrung der mutigen Männer um den deutschen Offizier Claus Graf von Stauffenberg und der Menschen aus dem Widerstand gefehlt hat. Tröstlich ist nur, dass sich die Natur langsam aber stetig wieder durchsetzt und das Terrain zurückgewinnt.

Die Zeit ist gekommen, wir gehen ins Kloster

Ein kleines Kloster mit dem unaussprechlichen Namen „Skit Swietych Antoniego i Teodozjusza Pieczerskich“ in dem kleinen Ort Odrynki ist ein Kleinod.

Ein kleines Kloster, 2009 erst erbaut, von einem Holzzaun und zum Teil einem Wassergraben umgeben mit mehreren Eingangstoren und vielen kleinen Holzgebäuden im Blockhausstil, bedeckt von dunkelgrünen Dächern und kleinen goldenen Zwiebelchen, einfach schnuckelig.

3 Mönche leben aktuell hier, der älteste führt die zahlreichen Besucher gern und kostenlos durch das Klostergelände, man kann alles ansehen und auch fotografieren.

 der Initiator und Gründer Gabriel verstarb 2018 und liegt hier begraben.

Wir sind an einem der dunkelsten und grausamsten Orte der Menschheit

 

die Hölle hier hat einen Namen  Auschwitz Birkenau

 

Wir besuchen Auschwitz II, das Vernichtungslager Birkenau; es liegt 3km entfernt außerhalb und kann den ganzen Tag individuell, ohne Guide besucht werden. Es ist ein riesiges Gelände hier, natürlich steht nicht mehr alles wie vor 80 Jahren, aber das Eingangstor, die Wachtürme, die Stacheldrahtzäune, einzelne Gebäude, die Schienen und die Rampe lassen doch ein ziemlich deutliches Bild entstehen. Hier wurden über eine Million Menschen, vor allem Juden ins Gas geschickt, einfach vernichtet, wie Müll. Wir sind sehr ergriffen von diesem sehr kalt wirkenden Ort an dem so unsäglich viel menschliches Leid geschehen ist.

 

unsere Reise durch Europa führt uns nun von Polen aus weiter in die Slowakei