Rumänien   

auf dieses Land sind wir besonders gespannt...

Wir sind nicht ganz sicher, ob wir an dem von uns angepeilten Grenzübergang nach Rumänien einreisen können, da es Hinweise gibt, dass dieser geschlossen sein soll. Da wir aber LKWs aus Richtung Rumänien kommen sehen, ignorieren wir den Hinweis und fahren weiter Richtung Grenze. Und dort ist alles ganz normal, die Ungarn interessieren sich nicht für uns, auf rumänischer Seite wird flüchtig in unsere Ausweise geschaut, das wars. Gleich an der Grenze können wir uns am Bankomat rumänisches Geld, den Lei besorgen. Wir kaufen eine Vignette für 30 Tage, denn wir wollen uns in Rumänien mehr Zeit lassen. Also der Anfang ist gemacht.

Ein besonderer Ort, der " Friedhof der fröhlichen Leute "

Unser erstes Ziel ist ein besonderer Ort, der „Friedhof der fröhlichen Leute“ im Norden Rumäniens. Dieser Friedhof ist weithin bekannt für seinen speziellen Umgang mit dem Tod und seinen Sinn für Humor. Seit den 30iger Jahren wird hier für jeden Verstorbenen des kleinen Dorfes ein handgeschnitztes und handbemaltes Kreuz aufgestellt wird, mit einem Bild aus dem Leben oder vom Tod des Verstorbenen und einem Vers, der zu seinem Leben passt.

Die vielen Holzkreuze sind wirklich interessant, die Bilder zeigen oft Szenen aus dem Arbeitsleben oder Besonderheiten des Verstorbenen, so sieht man Traktorfahrer, Bauern, Hirten, Köchinnen, Kindergärtnerinnen und Bäckerinnen, aber auch Trunkenbolde in der Kneipe, ein loses Frauenzimmer, Betschwestern oder ein Kind, das überfahren wird und einen Mann, der ertrinkt. Leider, leider können wir die Texte dazu nicht lesen, denn das wäre bestimmt der Clou, die Verse sollen eine deutliche Sprache sprechen, aber mit Humor.

Rings um den Friedhof gibt es zahlreiche Souvenirstände, wie immer mit viel touristischem Kitsch, aber auch tradionelle Sachen bzw. Dinge kann man dazwischen entdecken, für uns ist aber nichts dabei.

Endlich geht es in die Berge, in die rumänischen Ostkarpaten

Unsere zweite Nacht in Rumänien verbringen wir in 1420m Höhe oberhalb des Prisloppasses. Es geht stetig bergauf, nach zahlreichen Serpentinen mit einigen Haarnadelkurven erreichen wir letztendlich den Pass, die letzten ca. 300m zu unserem Übernachtungsplatz müssen wir noch einem unbefestigten Fahrweg folgen. Die Aussicht hier oben ist einfach traumhaft schön. Ab und zu kommen noch einheimische Bergbauern mit ihren Autos vorbei und grüßen freundlich. Wir verbringen eine sehr ruhige und angenehme Nacht inmitten der Natur auf über tausend Meter.

Morgens während wir frühstücken besuchen uns ein paar Kühe, die völlig frei auf dem Plateau umherziehen und sich ihr Futter suchen. Zwei Kühe sind besonders interessiert an uns und kommen ganz nah. Uns ist etwas mulmig zumute, dass sie mit ihren Hörnern unseren Van beschädigen könnten, aber sie sind sehr friedlich. Ganz sanft schleichen sie herum, beschnuppern das Auto und ziehen dann davon. Am Weg zurück zur Straße steht ein großes geschnitztes Holztor, das für unseren Van Polarfuchs einen prima Rahmen gibt.

Unser weiterer Weg führt durch die Ostkarpaten und bietet ein traumhaftes Panorama. Tiefe Täler, hohe grüne Gipfel, steile Hänge mit Weiden und Heuschobern, aus unserer Sicht Bergidylle pur, natürlich wie immer bei strahlendem Sonnenschein. Auf dieser Bergstraße kommt uns auch eine Herde Kühe entgegen, die Autos halten an und lassen sie vorbei ziehen, die Schweiz lässt grüßen.

UNESCO - Weltkulturerbe, das Kloster Voronet, erbaut 1488

Rumänien ist ein Land der Klöster und natürlich wollen wir uns einige davon anschauen. Zuerst haben wir uns das Kloster Voronet ausgesucht, es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe! Vom Kloster, das 1488 erbaut wurde ist inzwischen nur noch die Klosterkirche erhalten. Diese kleine Kirche ist in dem hier typischen Stil gebaut mit kleinem Türmchen und einem großen weit herausragenden Dach aus Holzschindeln. Außen ist die rumänisch-orthodoxe Kirche vollständig mit Fresken bemalt, die Wetterseite hat allerdings schon sehr gelitten, so dass eine große Fläche inzwischen ohne Bemalung ist und von den Szenen „Adam und Eva im Paradies“ nicht mehr viel zu sehen ist.

Auch im Inneren ist die Kirche komplett bemalt, wundervolle Fresken kann man hier bestaunen, man entdeckt immer wieder kleine Dinge die einem beim ersten Blick garnicht aufgefallen sind...

selbst die Decken sind traumhaft schön verziert, wir bleiben eine ganze Weile und sind völlig überwältigt von dem Anblick.

 es gab auch eine kleine  Ausstellung wie man früher und zum teil auch heute noch gelebt und gearbeitet hat.

Kurz entschlossen fahren wir danach noch zu einem anderen Kloster in der Nähe, ebenfalls Weltkulturerbe.

Hat nichts mit Humor zu tun, das Kloster Humor benannt nach dem Fluß, der hier fließt.

Die Klosterkirche ist im gleichen Stil erbaut und auch außen und innen vollständig mit Fresken verziert.

hier empfingen uns auch erst einmal wieder mehrere Souvenirstände, aber unsere Neugierte und Intresse an diesen war nun langsam gestillt, da es sich ja meistens um das gleiche Angebot handelte.

Dieses Kloster ist ein aktives Nonnenkloster, manchmal kann man die Nonnen bei ihren Ritualen beobachten. Wir sind wieder total begeistert von der Gestaltung innen und wir können gar nicht genug fotografieren. Die Kirche steht in einem sehr gepflegten Garten, von einem alten romantischen Mäuerchen umgeben und von einem alten Wehrturm beschützt.

nach dem wir uns nun zwei dieser fantastischen Klöster ausgiebig angeschaut haben und von deren Pracht völlig überwältigt waren, fuhren wir weiter. Da der Tag schon recht fortgeschritten war waren wir nun auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz, um den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Durch die Suche auf Park4Night haben wir nach ca. 2 Stunden Fahrt einen Platz oberhalb eines Dorfes auf einem Berg umgeben von viel grün gefunden. Als ob es heute kein Ende nehmen will stand auch hier ein Kloster. Abends sahen wir öfters noch Nonnen umherlaufen, die noch mit den ein oder anderen Dingen beschäftigt waren. Wir hatten auf jeden Fall eine sehr ruhige Nacht. Am nächsten Tag konnten wir noch unseren Wasservorrat auffüllen, bevor es wieder weiter ging.

In den nächsten Tagen ist unser Ziel die Bicaz-Klamm,  eine etwa 5km lange Schlucht, die sich durch die Ost-Karpaten windet.  Doch plötzlich ist Schluss, die Straße, die wir entlang eines Stausees nach Bicaz fahren wollen ist wegen Bauarbeiten plötzlich gesperrt. Eine Umleitung ist nicht ausgeschildert. Vor uns stehen auch schon 2 Autos, die ausgebremst wurden, sie fahren dann trotzdem weiter und es kommen auch Autos aus der gesperrten Straße heraus. Wir fragen einen jungen Mann, er sagt (soweit wir das deuten können), dass man fahren kann, es gibt Bauarbeiten und die Straße ist schlecht, aber es soll gehen. Wir sehen, dass einige Fahrzeuge die Absperrschilder ignorieren, wir schauen uns das eine Weile an und entschließen uns nun doch, durch die Sperrung zu fahren, im allerschlimmsten Fall müssen wir eben zurück. Aber die Straße ist wirklich kein großes Problem, immer wieder kurze Bauabschnitte in unterschiedlichen Baustadien, die sich mit neuer oder alter Asphaltdecke abwechseln, aber auch zum Teil erheblichen Löchern und Absätzen, man muss halt langsam und vorsichtig fahren. Es ist eine wunderschöne Strecke durch die Berge, immer oberhalb des Stauseeufers entlang, wir bekommen traumhafte Ausblicke geboten. Wunderschön, gut, dass wir hier gefahren sind.

manches auf einer Reise ergibt sich einfach ...

Diesmal übernachteten wir in einem kleinen Ort namens Bicaz direkt neben einem alten Sportplatz. Da es dort sehr ruhig war und wir sowieso wieder einmal ein paar Sachen erledigen wollten, beschlossen wir, den nächsten Tag auch noch hier zu verbringen. Am späteren Nachmittag werden wir von einem jungen Rumänen und seiner Freundin auf deutsch angesprochen, wir kommen ins Gespräch und Adrian erzählt, dass er 4 Jahre in Deutschland gearbeitet hat,  jetzt wieder zurück in der Heimat ist und in der Nähe wohnt. Wir erzählen von unserer Reise. Daraufhin meint er, wir könnten doch bei ihm zu Hause vorbei kommen. Er lud uns spontan ein! Wir nehmen natürlich dankend an. Es ist schon langsam dunkel, wir fahren gemeinsam zu ihm und seinen Eltern nach Hause und wir können auf ihrem Grundstück stehen. Die Eltern empfangen uns sehr herzlich und bewirten uns köstlich. Später kommt auch noch Adrians Bruder vorbei. Lange unterhalten wir uns über alles mögliche, Adrian muß übersetzen oder der Translater wird bemüht – es ist wie immer, es geht so viel auch ohne perfekte Sprache, wenn man es möchte. Wir haben viel Spaß und es ist so eine nette und herzliche Atmosphäre, einfach überwältigend. Am nächsten Morgen werden wir mit einem üppigen Frühstück versorgt und unseren Wassertank können wir auch noch bis oben hin auffüllen.

Aber dann ist  der Moment gekommen, wo wir uns verabschieden. Wir bedanken uns für die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft, zum Abschluss machen wir noch ein gemeinsames Foto. Es war ein tolles Erlebnis!

 

Transfagarasan, wir Übernachten auf 2050m

 

Alle „Rumänienfahrer“ schwärmen von der Gebirgshochstraße Transfagarasan, also wollen auch wir sie befahren. Das Teilgebirge der Südkarpaten „Fagaras“ zieht sich auf einer Länge von etwa 70km von West nach Ost und ist etwa 40km breit, der höchste Gipfel Moldoveanu ist mit 2544m gleichzeitig der höchste Berg Rumäniens. Die Transfagarasan führt recht strikt von Nord nach Süd durch die Berge hindurch.

 

 

Bevor wir uns auf die Fahrt ins Hochgebirge auf etwa 2050m machen, Übernachten wir noch einmal im Tal, am Fusse der Berge. Wir sind schon sehr gespannt, was uns am nächsten Tag erwarten wird. Nach einer wieder sehr angenehmen Nacht gehts nun endlich los. Gleich zu Beginn stehen wir plötzlich mitten in einer Schafherde, ein paar Esel sind auch dazwischen, und wir müssen erstmal abwarten, bis die Straße wieder frei ist – wir finden so etwas schön, es hat noch etwas ursprüngliches direktes, einen wirklichen Bezug zu echtem Leben hier und der Natur.

 

 

Die Berge erheben sich recht unmittelbar aus der Ebene und es wird auch zu Beginn schon einigermaßen steil. Noch haben wir Bäume rechts und links der Straße, etliche Spitzkehren mit Ausblick gibt es aber auch schon hier. Wir erreichen bei etwa 1500m ein breites Hochtal, ab hier sind wir über der Baumgrenze und man kann von diesem Tal aus sehen, wie sich die Transfagarasan in großen Schleifen die Bergwand vor uns hoch windet.

 

Stetig geht es bergauf, die vielen zum Teil sehr spitzen Kurven scheinen kein Ende zu nehmen. Immer wieder nutzen wir kleine Parkbuchten für die obligatorischen Fotostops. Es ist zwar etwas schwierig zu fotografieren, da durch die seit Wochen strahlende  Sonne ( es hat hier sehr lange nicht mehr geregnet ) ein ziemlicher Dunst in der Luft ist. Aber ich hoffe, dass uns doch ein paar schöne Aufnahmen von dieser  atemberaubenden Natur gelungen sind.

 

Als wir nach einer letzten scharfen Kurve auf dem Pass ankommen ist hier oben viel Betrieb, überall Autos und Souvenirbuden, Fressstände usw., es gibt 2 gut gefüllte Parkplätze, deshalb stehen viele Autos auch einfach entlang der Straße. Über Park4Night wussten wir von einem kleinem Freisteherplatz hinter den Verkaufsständen. Nur mussten wir erst einmal einen Weg da hindurch finden. Nach etwas suchen und rangieren in dem ganzen Gewirr aus Autos und Menschen haben wir die Zufahrt doch noch gefunden.

 

Und so standen wir und unser Van zwei Tage in dieser Traumkulisse auf 2050m

Am nächsten Tag sahen wir uns hier ein bisschen um, schlenderten entlang der Verkaufsbuden, die diesmal neben touristischem Kitsch auch viele selbst produzierte Lebensmittel anboten. Da konnten auch wir nicht widerstehen. Am späten Nachmittag, als die Temperaturen etwas angenehmer wurden, haben wir noch eine Wanderung u.a. auch um den Bergsee herum gemacht.

der Lacul Balea Gletschersee mit einer Tiefe von ca.12m auf der Passhöhe der Transfagarasan